16. Januar 2024 / Aus aller Welt

Besorgniserregender Cholera-Ausbruch im südlichen Afrika

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnt vor den langfristigen Folgen einer Choleraepidemie im südlichen Afrika. Bisher gab es rund 3000 Todesfälle. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht.

Die Epidemie belaste die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder und verdeutliche die Schwächen der Hygiene-Infrastruktur, so Unicef.
von dpa

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef für das östliche und südliche Afrika hat angesichts der seit Monaten andauernden Choleraepidemie in der Region Alarm geschlagen. In den 13 betroffenen Ländern seien bis Mitte Januar etwa 200.000 Krankheitsfälle und mehr als 3000 Todesfälle gemeldet worden. Es handele sich um einen der schlimmsten Ausbrüche seit Jahren, so die regionale Unicef-Direktorin Etleva Kadilli.

Besonders schwierig sei die Lage in Sambia, wo neun der zehn Provinzen von dem Ausbruch der Cholera betroffen seien. Mehr als die Hälfte der Patienten seien Kinder unter 15 Jahren. Gerade erst hat das Land 1,4 Millionen Dosen Schluckimpfstoff gegen die lebensbedrohliche Krankheit erhalten. In Simbabwe gebe es in sämtlichen Provinzen des Landes Fälle, so Unicef.

Die Epidemie belaste die Gesundheitssysteme der betroffenen Länder und verdeutliche die Schwächen der Hygiene-Infrastruktur, so Kadilli. Cholera wird durch ein Bakterium ausgelöst, zur Verbreitung trägt vor allem verunreinigtes Trinkwasser bei. Schwere Regenfälle, ausgelöst durch das Wetterphänomen El Nino, haben in den vergangenen Monaten in mehreren Ländern der Region die Trinkwassersituation verschlechtert.

Die Auswirkungen der Epidemie auf Kinder beträfen aber nicht nur die Gesundheit, sagte Kadilli mit Blick auf die Situation an den Schulen. «Lernverlust ist ein Anlass zu großer Sorge.» In Sambia beispielsweise bleiben die Schulen nach den Weihnachtsferien noch bis zum 29. Januar geschlossen, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Der Schutz von Kindern vor Infektionskrankheiten an den Schulen müsse verbessert werden, so Kadilli.

Cholera wird durch das Bakterium Vibrio cholerae ausgelöst, das im Darm ein Gift bildet. Zur Verbreitung trägt vor allem Trinkwasser bei, das mit Fäkalien oder Erbrochenem von Erkrankten verschmutzt ist, sowie verunreinigte Lebensmittel. Viele Infektionen verlaufen symptomlos. Doch in schweren Fällen können der starke Flüssigkeits- und Salzverlust binnen Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen bis hin zu Schock und Tod führen.


Bildnachweis: © Tsvangirayi Mukwazhi/AP/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Nümbrechter Lichterfest 2024: Ein Spektakel im Kurpark
Oberbergischer Kreis

Erlebt das Nümbrechter Lichterfest am 13. Juli 2024: Ein Abend voller Musik, Tanz, Ballonglühen und Feuerwerk im Kurpark mit kulinarischen Highlights

weiterlesen...
Entdecke das Bergische Land: Historische Städte mit Charme und Geschichte
Blog

Bergisch Gladbach, Burscheid, Leichlingen und Wermelskirchen: Wir haben vier Ausflugsziele mit Tipps für die ganze Familie für euch zusammengestellt.

weiterlesen...
Stressfreie Urlaubsreise mit dem Auto: Die ultimative Checkliste für entspannte Sommerferien 2024
Blog

Stressfrei in den Sommerurlaub 2024! Entdeckt unsere Checkliste für eine sichere Autofahrt, optimalen Komfort und Unterhaltung für die ganze Familie.

weiterlesen...

Neueste Artikel

UN: Opferzahl nach Erdrutschen in Äthiopien steigt auf 257
Aus aller Welt

Immer mehr Tote werden nach Erdrutschen in Äthiopien aus den Schlammmassen gezogen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering. Einwohner heben Massengräber aus.

weiterlesen...
Sorge wächst in Asien: mehr Vogelgrippefälle bei Menschen
Aus aller Welt

In Asien häufen sich die Fälle von Vogelgrippe bei Menschen. Experten sind alarmiert und warnen vor neuen Virenstämmen, die leichter übertragbar sind.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

UN: Opferzahl nach Erdrutschen in Äthiopien steigt auf 257
Aus aller Welt

Immer mehr Tote werden nach Erdrutschen in Äthiopien aus den Schlammmassen gezogen. Die Hoffnung, Überlebende zu finden, ist gering. Einwohner heben Massengräber aus.

weiterlesen...
Sorge wächst in Asien: mehr Vogelgrippefälle bei Menschen
Aus aller Welt

In Asien häufen sich die Fälle von Vogelgrippe bei Menschen. Experten sind alarmiert und warnen vor neuen Virenstämmen, die leichter übertragbar sind.

weiterlesen...